Und nichts als die Wahrheit ...


Mein Name ist Jessica Heinecke (Pseudonym: Jessylynn Sidney Winter).

Ich wurde 1978 in Nordrhein-Westfalen geboren und lebe im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis, am Fuße des Westerwaldes.

 

Mit meinem Erstlings-Fantasyroman ''Sheliese Savior's Ghostwar - und das Vermächtnis von Ewig-Eis'' erzähle ich die Geschichte der kleinen Hexe Sheliese, die viel zu schnell erwachsen werden musste, aber den Glauben an das Gute dabei nie verloren hat.

Eine Fantasy-Geschichte, aber wahrhaftig ist es doch ein wenig mehr. Ghostwar ist nicht nur der Name einer Schule für Hexerei und Zauberei, sondern zum Teil auch mein persönlicher Geisterkrieg. Gerade Verlustangst spielte für mich seit meiner Kindheit, als mein Großvater gestorben ist, eine große Rolle. Das Buch ist eine Mischung aus einem Fantasy-Roman und Erlebnissen, die ich in dieser und späteren Lebensphasen gemacht habe.

 

Nun, wie kam ich überhaupt dazu ein Buch zu schreiben?

Meine erste schwere depressive Episode forderte mich vor ca. 6 Jahren heraus. Nach der Genesung stellte sich dann zwei Jahre später erneut eine schwierige Zeit ein …

Und wieder machte ich mir nur noch Gedanken ... über alles, grübelte noch mehr über mich und mein Leben nach.

Freundschaft, Familie, Beruf, Träume, Visionen, Liebe, Hoffnung, Tod. Verlustangst, Zukunftsangst, Schwäche. Lügen, Verrat, Eingeständnisse, Opfer. Der Glaube, das große Ganze: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Wer bestimmt das, oder bestimmt es überhaupt wer? Menschen? Gott? Gibt es Gott (noch)? Warum passieren manche Dinge einfach? Die schlechten wie die guten …

Es ist erdrückend wenn dich alles umkreist, Tag und Nacht ... Ob du willst oder nicht. Du kannst einfach nicht mehr abschalten und möchtest dich am liebsten nur noch verkriechen. Irgendwann stellst du dann einfach alles infrage.


Man hatte mir damals geraten: »Schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt« was leicht gesagt war, denn ich war keine Schriftstellerin. In der Schulzeit hatte ich immer Freude daran, Aufsätze nach irgendwelchen Vorgaben zu schreiben, aber dieser Rat und die damit verbundene Aufgabe waren für mich etwas völlig anderes.

 

Ich fing trotzdem an ... irgendwann nachts. Zur Ablenkung. Etwas unternehmen, vielleicht sogar verarbeiten. Irgendwie musste es ja schließlich weitergehen ... bestenfalls bergauf.

 

Woher die Idee kam ausgerechnet über eine magische Parallelwelt zu schreiben?

Das Fantasy-Genre der Hexen und Zauberer hatte mich schon immer fasziniert. Ich weiss, das klingt jetzt seltsam aber es war so: im Jahr 2015 – als ich gesundheitlich erneut sehr angeschlagen war - hatte ich das erste Mal den letzten Teil von Harry Potter im TV gesehen. (Ja, und das in meinem Alter!) Vorher war ich der Meinung: Kinderkram, das ist nichts für dich – Hexen hin oder her. Doch dann habe ich gemerkt: Da steckt ja wirklich was dahinter! In sechs Wochen habe ich die Buchreihe – wie auch die Filme - dann regelrecht verschlungen und diese Geschichte konnte mir letztendlich den Kanal zum Schreiben öffnen.

Meine Überlegung:

Ich könnte mich ja mal einer Kurzgeschichte versuchen, etwas aufschreiben und einer traurigen Person ein wenig Glück schenken.


Zeile für Zeile, Stein um Stein, gelang es mir Ghostwar zu erbauen, fast pausenlos, denn plötzlich sprudelten die Worte. Mein Kampf mit den Geistern der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft hatte begonnen.

ENDE ...

Kaum mehr als ein halbes Jahr war vergangen. Nun, eine Kurzgeschichte ist es nicht gerade geworden … Man könnte es jetzt tatsächlich als Roman bezeichnen. Ich weiß gar nicht, wie ich es letztendlich geschafft habe ... Ich denke einfach, ich habe trotz allem die Hoffnung und den Glauben niemals wirklich aufgegeben. Ich musste in dieser Zeit oft an meinen Konfirmationsspruch denken:


Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen. (Psalm 37,5)


Ich hatte das Bedürfnis, mich daran zu halten, während des Schreibens und besonders dann, wenn es mir wieder schlechter ging. Das fiel mir nicht immer leicht, aber man braucht unbedingt einen Halt. Vielleicht bergen Ghostwar und die Geschichte von Sheliese deshalb für mich eine eigene, ganz besondere Magie.


Über eine Veröffentlichung hatte ich gar nicht erst nachgedacht. Wer will schon lesen, was du da von dir gibst. Dann, plötzlich, stellst du dir Fragen:

Wozu hast du es geschrieben?

Warum konntest du es überhaupt schreiben?


War das wirklich nur für dich?


Wenn du daran glaubst, dass es für alles im Leben einen Grund gibt, dann musst du auch alles hinterfragen. Vielleicht ist gerade der Beweggrund das Brauchbare an der ganzen Geschichte und somit der Weg zum Ziel das Wichtigste.


Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.


Ghostwar ist und bleibt zwar eine Fantasy-Geschichte, aber es steckt sehr viel Herzblut in den Zeilen.


In einer heimischen Kreativ-Facebookgruppe habe ich mich dann mit meinem Text an die Öffentlichkeit gewagt und Textsplitter online gestellt.

Ich musste feststellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Ghostwar gerne lesen möchten. Ich postete dann irgendwann täglich kleine Textauszüge in dieser Gruppe. Unter anderem hat mich die Resonanz in der Gruppe ermutigt, ernsthaft über eine Veröffentlichung nachzudenken.

Manchmal braucht man eben den ein oder anderen Tritt in den Allerwertesten, aber der wahrhaftige Grund für mich ist:

Ghostwar trägt eine Botschaft in sich. Ich musste feststellen, dass Schweigen nicht immer Gold ist.
Mit Ghostwar möchte ich es jedem ans Herz legen, es zu versuchen. Für mich war das Schreiben eine Chance. Es hat mir geholfen …
Ich bin auf einem guten Weg.

Nach dem Wort ENDE, nicht sofort, aber sehr bald, hatte ich diesen Gedanken:

»Schreiben … stiehlt dem Autor unbemerkt, der Seele Wort um Wort ein Stück der Angst, hinfort der Schmerz. Erinnerung wird leicht gemacht, und ebenso das Herz.«

 

Meine Geschichte soll Unterhalten aber auch zum Nachdenken anregen - das wünsche ich mir.

Ich bedanke mich herzlich bei all denjenigen die sich für Ghostwar entschieden haben und wünsche Euch
schöne Stunden mit meinem Buch.

 

Eure,

Jessica

Jessylynn Sidney Winter